MAR Sales Strategy & Leadership Consulting

Recruitment, Social Media, Customer Satisfaction

Die digitale Teeküche

Gerade heute hatte ich ein sehr interessantes Gespräch bei einem norddeutschen Versorgungsunternehmen. Im Gespräch über demografische Veränderungen und Herausforderungen bei der Gewinnung neuer Fachkräfte kamen wir natürlich nach auch auf DAS Thema zu sprechen. Social Media. Insbesondere die Befürchtungen und die kulturellen Vorbehalte, die in diesem Unternehmen den Umgang mit den neuen Medien prägen. Dabei handelt es sich keineswegs um ein Unternehmen, dass moderne Technologien nicht anwendet. E-Mail, Internet, Intranet, digitales Projekt-Management, Online-Bewerber-Management werden genutzt oder eingesetzt. Die Nutzung des Internets für private Zwecke ist jedoch untersagt, ebenso die Nutzung von Social-Media-Plattformen etc. Diese restriktive Haltung herrscht nach wie vor bei vielen Unternehmen, insbesondere in den oberen Führungsebenen vor. Die Fachbereiche für OE, PE, CC und andere haben diese Misere erkannt, finden jedoch vielfach beim Top-Management noch kein Gehör.

Warum übersehen so viele Top-Manager, dass diese restriktive Haltung zukunftsgefährdend für das gesamte Unternehmen sein kann? Die Konsumerisierung, als technologische Konsequenz aus sich ändernden Anforderungen an die Arbeitswelt und das arbeitsbezogene Selbstverständnis der Generationen X und Y, ist nicht aufzuhalten. Wozu führt es nun, wenn das Top-Management von Unternehmen sich dieser Erkenntnis verschließt?

Mitarbeiter suchen nach Auswegen. Was aber bringt es einem Unternehmen, wenn ein Mitarbeiter den Kontakt zu seinen Facebook-Freunden statt durch Browser seines Desktop-PCs über seine Smart-Phone-App hält? Nachteile!

  • Der „Medienwechsel“ reduziert effektive Arbeistzeit und somit Effektivität.
  • Die „Heimlichkeit“ führt u. U. zu schlechtem Gewissen, dieses führt langfristig zu einer Veränderung der Einstellung gegenüber der Arbeit und dem Unternehmen. Menschen, die mit einem schlechten Gewissen gegenüber ihrem Unternehmen zur Arbeit gehen, sind weniger produktiv und eher wechselwillig.
  • Verbote müssen kontrolliert werden, sie binden somit bestehende Ressourcen oder erfordern den Aufbau entsprechender Kontrollmechanismen. Das mag bei einem 20 Mitarbeiter-Unternehmen gehen, aber wer will das in einem Unternehmen mit mehreren Tausend oder Zehntausend Mitarbeitern noch bewerkstelligen?

Potentielle neue Mitarbeiter, gerade aus den Generationen X und Y, entscheiden sich bei der Alternative zwischen einem restriktiven Unternehmen und einem offenen Unternehmen eher für das offene Unternehmen. Aufgrund des demografischen Wandels und der zunehmenden „Verknappung der Ressource Mensch“ haben diese potentiellen Mitarbeiter zukünftiger mehr und mehr die Wahl. Vor diesem Effekt schützen auch Größe und Marke nicht mehr so wirksam wie in der Vergangenheit.

Und letztlich verbauen sich Top-Manager, die in dieser restriktiven Weise mit dem Thema Social Media umgehen auch den Weg zu einem unglaublichen Potenzial, nämlich dem informellen und/oder versteckten Wissen ihrer Mitarbeiter. Scharen von Forschern, Beratern und Entwicklern haben nach Lösungen gesucht, das Wissen der Mitarbeiter aus den Köpfen heraus in die Unternehmen zu bekommen. Knowledge-Management hat weltweit Milliardensummen verschlungen, vielfach ohne die erhofften Ergebnisse. Social-Media bietet nun den Zugang zu diesem Wissen, denn Social-Media ist die Teeküche des digitalen Zeitalters. Hier werden Wissen uns Meinungen freigiebig und kostenlos zur Verfügung gestellt. Social-Media-Strategien, -Konzepte und -Technologien bieten den Unternehmen, die dieses Phänomen proaktiv nutzen, Zugewinne an Know-How und Produktivität, weil sich Interessensgruppen finden, weil sich Gemeinschaften bilden, die diskutieren und sich austauschen, weil das eigene Mitteilungs- und Darstellungsbedürfnis, dass viele Menschen antreibt, hier seinen Ausdruck finden kann. Menschen können in der Gruppe heraustreten und wahrgenommen werden, durch ihren Beitrag. Dieses Prinzip können sich Unternehmen wertschöpfend zu nutze machen, wenn sie sich trauen.

Advertisements

No comments yet»

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: