MAR Sales Strategy & Leadership Consulting

Recruitment, Social Media, Customer Satisfaction

68% aller Unternehmen wollen Xing als Social Media Dienst für die HR Arbeit nutzen.

Quelle Xing, Slideshare

So lautet ein Ergebnis des Social Media Report HR 2010, das Stefan Schmidt-Grell (Director Product Marketing, Xing AG) im November 2010 vorgestellt hat. Twitter und Facebook liegen mit unter 20% bzw. 26% deutlich dahinter.

Wir halten dieses Ergebnis für bedenkenswert, wenn wir annehmen, dass viele Unternehmen ihre Social-Media-Recruitment-Engagements in 2011 aus dieser Sichtweise heraus starten oder ausbauen werden. Warum?

Aus unserer Sicht ist Xing keine Social-Media-Plattform. Diesen Standpunkt vertreten wir dabei nicht aus einer „akademischen“ Diskussion heraus, sondern weil Xing nach unseren Erfahrungen einen abweichenden, in Teilen dem Social-Media-Gedanken widersprechenden, Ansatz verfolgt.

Xing realisiert einen 1:1-Netzwerk-Gedanken, nicht einen 1:n oder n:m-Community-Gedanken.  Xing dient unserer Erfahrung nach in aller erster Linie der persönlichen, geschäftsorientierten Netzwerkpflege. Dabei zielen die technischen Mechanismen der Plattform darauf ab, dieses Netzwerk dann wiederum gegenüber Dritten zu schließen, den Kontakt innerhalb dieses Netztwerkes eben eher im 1:1-Stil zu pflegen. Klassische Eigenschaften eines Social-Media-Netzwerkes wie bspw. das öffentliche „Content-Sharing“ als zentralen Aspekt, bietet Xing nicht. Hilfs-Applikationen wie bspw. Slideshare finden außerhalb von Xing statt.

Eine weiteres Kriterium für die Eignung als Social Media Tool besteht in der Möglichkeiten der unkomplizierten Medien-Einbindung; Bilder, Videos, Dokumente, Umfragen. Diese Funktionen bieten echte Social-Media-Applikationen, entweder als generische Funktionalität oder über simple, automatisierte Konnektoren. Auch diese Möglichkeiten fehlen Xing in weiten Teilen. Dadurch wiederum fehlt ein weiterer entscheidender Baustein um Xing als Social-Media-Plattform erfolgreich nutzen zu können. Xing macht keinen Spaß. Es ist eine ernsthafte Anwendung. Für erfolgreiche virale Effekte, für eine breitenwirksame Kommunikation, für die Meinungsbildung über die Community ist diese Spaßmöglichkeit aber essentiell. Spaß generiert Interesse, Interesse generiert Fans, Fans sind das, was Unternehmen erreichen müssen. Es geht bei Social-Media-Konzepten nicht darum, einen weiteren Kommunikationskanal zu bereits bestehenden Kontakten zu nutzen, sondern es geht um Wachstum, Offenheit, Publikum, Interaktion und echten Dialog. Dazu dienen Messaging-Funktionen, Chats, Foren, Diskussionsplattformen oder Kommentar-Funktionen im Stream.

Xing verfolgt, im Gegensatz zu echten Social-Media-Plattformen, zu denen wir u.a. Facebook, die VZ-Netzwerke, YouTube, MySpace oder auch Micro-Blogging-Dienste wie Twitter zählen, ebenso die Blog-Dienste wie WordPress oder blogger, das Ziel, mit dem jeweiligen Nutzer Geld zu verdienen. Funktionen und Features kosten den einzelnen Nutzer Geld. Leistungstiefe und Kosten sind direkt miteinander gekoppelt. Dieser Ansatz führt wiederum dazu, dass die Unternehmensprofile bei Xing nur ein nachgelagertes Dasein führen können. Dadurch können sie dann in ihrer Reichweite und Wirkung nicht mit  bspw. Facebook-Pages konkurrieren. Dies ist bei echten Social-Media-Plattformen weitgehend anders. Hier stellen Funktionsvielfalt und -tiefe einen Wettbewerbsfaktor im Kampf um den Nutzer dar, deswegen sind diese kostenlos und möglichst umfangreich. Diese Plattformen verdienen ihr Geld vielfach über Werbung und Kooperationsleistungen. Das wiederum führt dazu, dass der Nutzer vielmehr generische Möglichkeiten hat, seine Social-Media-Konzepte zu gestalten und umzusetzen.

Unserer Erfahrung nach eignet Xing sich in nur in einzelnen, präzise beschriebenen Fällen als Social-Media-Plattform. Unternehmen, die ihre ersten oder auch zweiten Aktivitäten in diesem Bereich, egal ob Recruitment, Sales oder Marketing, starten wollen, machen sicherlich nichts verkehrt, wenn sie zunächst mit einer „einfacheren“ Lösung beginnen, als dies bei Xing der Fall ist.

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